Diplomverteidigung


am 25. Januar 18 Uhr 
Antje Vagt, Studentin der Hochschule Wismar, präsentiert ihre Diplomarbeit

Die in Wismar geborene Antje Vagt hat Zugang zu der Welt der Schreber- und Kleingärtner und nimmt fotografisch an deren Welt teil, indem sie die Menschen in ihrem selbst erschaffenen Paradies portraitiert. Teils situativ-beobachtend, teils in deren Gärten integriert, erstellt sie einfühlsame soziologische Portraits. Immer ist der Mensch, mag er noch so klein wirken, in das beschreibende Umfeld integriert. Nur aus der Akzeptanz der Gartenbewohner heraus gelingt es ihr, eindrucksvolle Bilder zu erstellen, die eine Freiheit des Individuums in dessen eigener kreativ geschaffenen Umgebung zeigen.







Vorwort

Die Allgegenwärtigkeit und das Selbstverständnis über die Existenz von Kleingärten waren die Auslöser sich näher mit diesem Thema auseinander zu setzen.Fährt man mit dem Zug, kommt man an unzähligen Kleingärten vorbei. Ebenso, wenn man mit dem Auto oder zu Fuß unterwegs ist. In Wismar gibt es aktuell 32 Kleingartenvereine mit 5419 Gärten auf einer Gesamtfläche von rund 208,9 Hektar. Für eine Kleinstadt mit rund 44.803 Einwohnern ist das bemerkenswert.
So groß der Reiz ist, den die Kleingärten auf unzählige Menschen ausüben, so umfangreich sind auch die Klischees über sie.Was steht aber hinter den Vorstellungen, die man als Außenstehender hat?
In vier verschiedenen Gartenanlagen in der Hansestadt Wismar wurde über die Hecke geschaut, mit einer Kamera und einem offenen Ohr.Dabei entstanden 20 ausgewählte Porträts von Menschen, welche aus verschiedenen Gründen einen Kleingarten gepachtet haben, um dort ihr eigenes kleines Paradies zu erschaffen und ihr Glück zu suchen. Auf manchen Fotos scheint die Person in dem Garten zu verschwinden und eins mit ihm zu werden. Andere posieren bereitwillig in der Mitte des Garten oder voller Stolz vor der neuen Laube.Als Zuschauer kann man in diese Welt eintauchen. Es geschieht zum Einen direkt, konfrontiert mit dem Porträtierten. Zum Anderen wird der Betrachter zum stillen Beobachter, der emsig arbeitenden Kleingärtner. Denn im Garten ist immer etwas zu tun. Er gibt Raum, um sich zu entfalten und Ruhe, wenn man sie sucht, aber auch Gemeinschaft und Zusammenhalt innerhalb des Vereins, wenn man es benötigt.